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Eine Werkstatt wie eine Zeitkapsel - zu Besuch bei Abarth-Spezialist Leo Aumüller

Abarth - Spezialist Leo Aumüller in seinem "Wohnzimmer"
Abarth - Spezialist Leo Aumüller in seinem "Wohnzimmer"

Es gibt Orte, die man betritt – und sofort spürt, dass hier etwas anders ist. Nicht, weil sie spektakulär inszeniert wären. Sondern gerade, weil sie es nicht sind.

Die Werkstatt der Familie Aumüller ist so ein Ort. Sie wirkt wie eine Filmkulisse, doch nichts daran ist Kulisse. Alles ist echt. Die Autos. Die Teile. Die Ordnung im Ungeordneten. Und vor allem: die Art, mit der hier seit Jahrzehnten gearbeitet wird, und die den Ruf von Leo Aumüller, einer der weltweit größten Abarth-Spezialisten zu sein, begründet hat. Wer hier steht, merkt schnell, dass die Zeit nicht stehen geblieben ist – sie ist einfach in einem anderen Takt weitergelaufen.


Bewahren statt verbessern


Leo Aumüller spricht über Automobile nicht als Investitionsobjekte. Er spricht über sie wie über alte Bekannte. Über Fahrzeuge, die gefahren wurden. Über Rennwagen, die funktionieren mussten. Und über Originale, die man nicht „optimiert“, weil man sie sonst ihrer Geschichte beraubt.

Originalität ist hier kein Modewort, sondern Prinzip. Nachbauten kommen nicht infrage. Teile werden lieber jahrelang gesucht, als durch etwas „Ähnliches“ ersetzt zu werden. Nicht aus Sturheit – sondern aus Respekt. Vor dem, was die Ingenieure, Konstrukteure und Mechaniker um Carlo Abarth einst erdacht haben.

Viele der Fahrzeuge in dieser Sammlung sind nicht restauriert. Sie sind erhalten und sollen als Referenz für künftige Generationen dienen. Sie sollen zeigen, wie es erdacht worden ist. Und genau darin liegt ihre Kraft. Gebrauchsspuren sind keine Makel, sondern Belege. Sie erzählen davon, dass diese Autos gelebt haben.



Sammeln ohne konkreten Plan


Diese Sammlung ist nicht geplant entstanden. Sie ist gewachsen. Über Jahrzehnte. Oft zur richtigen Zeit, manchmal mit Bauchschmerzen, fast immer gegen den Widerstand der Vernunft – und nicht selten gegen den der eigenen Frau, die auch heute noch sorgsam die Finanzen verwaltet und täglich Belege auf der Rechenmaschine aufaddiert.

Autos wurden gekauft, weil sie faszinierten. Weil sie eine Geschichte hatten. Weil sie sonst vielleicht verloren gegangen wären. Und weil die Besitzer es sich gewünscht haben, dass ihre Schätze ihr letztes Zuhause in den kundigen Händen der Aumüllers finden würden.

Dass viele davon heute als extrem wertvoll gelten, ist eher Begleiterscheinung als Motivation. „Es ging nie um den Wert“, sagt Leo Aumüller. Und man glaubt es ihm sofort.

Denn hier wird nichts inszeniert. Nichts verkauft. Nichts erklärt, um zu beeindrucken. Die Geschichten kommen von selbst.



Motorsport als Schule des Lebens


Ein großer Teil dieser Welt ist vom Rennsport geprägt. Von Bergrennen, Rundstrecken, Improvisation. Von einer Zeit, in der man ein Auto so vorbereitete, dass man es im Zweifel selbst reparieren konnte – schnell, pragmatisch, ohne Show.

Diese Denkweise zieht sich durch alles. Technik soll funktionieren, nicht glänzen. Lösungen sollen einfach sein, nicht kompliziert. Genau, wie Carlo Abarth es einst vorgelebt und mit seinen Fahrzeuge zahlreiche Erfolge eingefahren hat. Vielleicht ist genau das der Grund, warum viele dieser Autos bis heute existieren.


Ein Ort, der verschwindet


Was diesen Besuch so besonders macht, ist nicht nur die Dichte an automobilen Raritäten. Es ist das Gefühl, dass solche Orte selten geworden sind. Werkstätten, in denen Wissen nicht dokumentiert, sondern gelebt wird. In denen Erfahrung nicht erklärt, sondern vorausgesetzt wird.

Man verlässt diesen Ort mit dem Eindruck, etwas gesehen zu haben, das es so kaum noch gibt. Keine Sammlung im musealen Sinn. Kein Showroom. Sondern ein Lebenswerk.

Und man versteht, warum ein Besuch bei Leo Aumüller wie eine Zeitreise wirkt. Nicht aus Nostalgie. Sondern, weil hier Werte gelebt werden, die heute oft verloren gehen. Umso schöner, dass dieser Ort behutsam weitergeführt wird - von Tochter Margit, die sich bei Rückfragen notfalls täglich ab sieben Uhr an ihren Vater wenden kann; denn dann steht er im Blaumann parat und schraubt an den Kundenfahrzeugen.

Mehr Alte Schule geht eigentlich nicht.


Das Video meines Werkstatt- und Sammlungsrundgangs findet ihr hier:


Jetzt hier anhören:

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12 Kommentare


Gast
22. Jan.

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kronskymikhail
15. Jan.

This is a beautifully written tribute that captures the soul of true craftsmanship. The philosophy of preservation over restoration and treating use-wear as a badge of honor is so rare and valuable today. When researching similar principles of authenticity and legacy in other fields, I found a thoughtful analysis on the site italian star casino that resonated with this idea of intrinsic value over curated presentation.

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Gast
14. Jan.

Leo Aumüller, der über Autos spricht, als wären es alte Bekannte, das ist schon krass. Ich sitze gerade im Bus und frage mich, wie genial es wäre, wenn man diese tiefe Wertschätzung für 'Originalität als Prinzip' mit einem LED Scroller überall zeigen könnte, damit jeder diese Lebenseinstellung versteht.

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Gast
12. Jan.

'Bewahren statt verbessern' ist Leos Aumüllers Credo, das mich echt beeindruckt hat, als ich es vorhin kurz am Handy sah! Seine Abarth Werkstatt ist eine Zeitkapsel, wo Originalität Prinzip ist; macht mich nachdenklich, ob wir nicht auch mal einen BPD Test für unsere Konsumgewohnheiten machen sollten, um echte Werte zu finden, statt immer nur Neues zu jagen? Was für ein Ansatz!

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Richard
12. Jan.

Sempre que procuro melhorar o meu inglês com a ajuda de um especialista, gosto de combinar aulas presenciais com ferramentas extras para praticar sozinho. Por exemplo, tenho usado promova.com/pt/page/ai-tutor para treinar gramática e ampliar o vocabulário no dia a dia. Isso me ajuda a revisar o que aprendi nas aulas e a praticar a fala, o que faz muita diferença na hora de me comunicar com mais confiança em situações reais. Além disso, costumo anotar expressões úteis em um caderno e tento usá-las em conversas reais. Essa combinação de estudo guiado e prática constante tem ajudado o idioma a se fixar de forma natural ao longo do tempo.

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