• Karsten Arndt

Meine Meinung zum Schlingerkurs von AUDI

Aktualisiert: Juli 2

Ich schreibe hier ja selten etwas außerhalb meiner Podcasts rein, aber was Audi momentan veranstaltet, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Aufmerksame Hörer werden wissen, dass ich noch nicht zu 100 % auf Linie in Sachen Elektromobilität bin und der aktuell festgestellte "Rechenfehler" im CO2-Ausstoß von E-Autos ist nur ein weiteres Mosaik, das in mein Bild der Energie- und Mobilitätswende passt. Aber darum soll es nicht gehen, sondern um den Autobauer aus Ingolstadt, der sich momentan verhält, wie ein Hase auf der Treibjagd:

2.6.2021: Audi-Entwicklungsvorstand Oliver Hoffmann ggü. auto motor und sport "Heute sehen wir in unseren Prognosen, dass in China und in den USA im Jahr 2030 voraussichtlich immer noch rund 50 Prozent aller Neuzulassungen auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor entfallen werden. Aber auch das kann sich schnell ändern. Daher haben wir entschieden, unsere Verbrennungsmotoren weiterzuentwickeln, hin zu noch mehr Effizienz und Performance." (das ganze Interview findet ihr hier: https://www.auto-motor-und-sport.de/.../interview-audi.../)

17.6.2021: Die Sueddeutsche vermeldet exklusiv, dass Audi von 2026 an keine Verbrenner mehr herausbringen will (https://www.sueddeutsche.de/.../audi-verbrenner...) Die Süddeutsche hat auch eine Meinung dazu: https://www.sueddeutsche.de/.../audi-verbrenner... Das wurde offenbar im kleinen Kreis beraten und vielleicht war der Audi-Entwicklungsvorstand einfach nicht im Mailverteiler.

Audi wird je nach Sichtweise beklatscht oder mit Kopfschütteln bedacht - für den unternehmerischen Mut oder den Harakirikurs, denn auf 50% vom Kuchen freiwillig zu verzichten (wir erinnern uns, nach audieigenen Prognosen ist das der Anteil der Verbrenner auch über das Jahr 2030 hinaus) - donnerwetter, da muss einem die Umwelt und das Weltklima tatsächlich schwer am Herzen liegen!

Jetzt kommt allerdings heraus, dass Audi doch noch ein Hintertürchen gefunden hat: Heute liest man in der Automobilwoche nämlich, dass Audi sich doch die weitere Produktion von verbrennerbetriebenen Fahrzeugen für den chinesischen Markt weiterhin vorstellen kann (allerdings aus lokaler Produktion, schön weit weg, damit die weiße Tischdecke hier keine Flecken bekommt), der Ausstieg also nur für den Rest der Welt (aus chinesischer Sicht) gilt: https://www.automobilwoche.de/.../NACHRIC.../210629983/1276/

Na geht es Audi denn wirklich um das Klima oder doch noch um das Geschäft? Denn auch bis nach Ingolstadt sollte sich doch herumgesprochen haben, dass es sich um ein WELTklima handelt und der Verbrenner, der die Kurbelwelle in China zum rotieren bringt, ist genauso klimaschädlich, wie ein Verbrenner, der hierzulande läuft. Was also soll der ganze Cirkus? Das Klima scheint jedenfalls nicht im Fokus zu stehen, denn bei der letzten Volte wird deutlich, dass es eindeutig ein Kniefall des ehemaligen Dieselsünders vor der Politik zu sein scheint, man das Geschäft in China aber gerne weiterhin mitnehmen würde.

Ich finde es bedenklich, wie leichtfertig hunderttausende von Arbeitsplätzen hierzulande riskiert werden und mit welcher Bigotterie weit weg doch genauso weiter wie bisher gemacht wird, vielleicht weil die Abgasgrenzwerte im Land der aufgehenden Sonne leichter einzuhalten sind, vielleicht weil dort erkannt wurde, dass der Umstieg ins Elektrozeitalter nicht ganz so digital funktioniert, wie man es uns hier einreden will.

Es wird Zeit, offen und ehrlich zu sein, keine Rechenfehler beim Klimawandel zu begehen, das Elektroauto nach echtem Verbrauch einzupreisen und nicht mit einer politischen Brechstange und auch die Industrie sollte aufstehen und der Politik die Stirn bieten, anstatt ins gleiche Horn zu blasen, nur: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.... Was das bedeutet, erleben wir aktuell mehr denn je. #audi #klimawandel #eletromobilität #China

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